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Installationsmethoden

Verlegeart

Auch bekannt als: Installationsmethode, Referenzverlegeart

Kurzantwort

Die standardisierte Bezeichnung, wie ein Kabel oder eine Leitung verlegt ist — entscheidend für die zulässige Strombelastbarkeit.

Grundlage: Kategorie: Installationsmethoden

Ausführliche Definition

Die Verlegeart bestimmt, wie gut ein Leiter seine Betriebswärme an die Umgebung abgeben kann. Die DIN VDE 0298-4 definiert die Referenzverlegearten A1 (einzelne Adern im Rohr in wärmegedämmter Wand) über B1 und B2 (Adern in Rohr beziehungsweise Kabel in Rohr auf Wand), C (Kabel direkt auf Wand), D1 und D2 (im Erdreich), bis zu E, F und G (frei in Luft, teils mit Abstand). Je besser die Wärmeabfuhr, desto höher die zulässige Belastbarkeit. Eine wärmegedämmte Wand reduziert die Belastbarkeit typisch auf 70 %, Verlegung frei in Luft erlaubt etwa 130 % gegenüber der Referenz.

Welche Verlegearten gibt es — A1 bis G im Überblick?

Die Verlegeart entscheidet über die Wärmeabfuhr und damit über die zulässige Strombelastbarkeit. Je freier ein Leiter in Luft liegt, desto besser kühlt er — im Rohr in einer gedämmten Wand staut sich die Wärme.

Verlegeart Aufbau Wärmeabfuhr Typischer Einsatz
A1 Einzeladern im Rohr in einer wärmegedämmten Wand gering Leerrohr in der Dämmebene, Holzständerwand
A2 Mehradrige Leitung im Rohr in einer wärmegedämmten Wand gering Mantelleitung im Leerrohr innerhalb der Dämmung
B1 Einzeladern im Rohr auf oder in einer massiven Wand mittel Auf-/Unterputz-Leerrohr auf Mauerwerk
B2 Mehradrige Leitung im Rohr auf oder in einer massiven Wand mittel NYM im Leerrohr auf massiver Wand
C Mehradrige Leitung direkt auf der Wand, ohne Rohr gut NYM direkt auf Putz/Mauer mit Schellen
D1 Kabel im Schutzrohr im Erdreich mittel Erdkabel im Kabelschutzrohr, Hausanschluss
D2 Kabel direkt im Erdreich verlegt gut Erdkabel NYY direkt im Kabelgraben
E Mehradrige Leitung frei in Luft, auf Kabelpritsche/-rinne sehr gut Kabeltrasse, gelochte Pritsche im Technikraum
F Einzeladern frei in Luft, einander berührend sehr gut Einzeladern berührend auf Trasse, größere Querschnitte
G Einzeladern frei in Luft mit Abstand zueinander am besten Großquerschnitte/Sammelschienen mit Luftabstand

Eigene Einordnung der Wärmeabfuhr aus dem Konvektionsprinzip, in Anlehnung an DIN VDE 0298-4 — ohne Reproduktion der normativen Korrekturfaktoren. Konkrete Belastbarkeitswerte berechnet unser Kabelquerschnitt-Rechner aus dem eigenen Wärmemodell.

Anwendung in unseren Rechnern

Im Kabelquerschnitt-Rechner wählen Sie im Expert-Modus zwischen den Verlegearten A1 bis G. Die typischen Presets (Wallbox, Herd, Wärmepumpe) nutzen voreingestellte Verlegearten wie B2 für Kabel im Installationsrohr auf der Wand. Die resultierende Strombelastbarkeit weicht je nach Verlegeart um bis zu 50 % vom Referenzwert ab.

Häufige Missverständnisse

Häufig wird eine zu optimistische Verlegeart angenommen. Ein Kabel in einer Fußbodenheizung oder hinter einer Wärmedämmung entspricht fast immer A1 (schlechteste Wärmeabfuhr), nicht C (direkt auf Wand). Auch werden zwei parallel verlegte Kabel oft wie einzelne behandelt — die Häufung muss zusätzlich berücksichtigt werden.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Was unterscheidet B1 von B2?
Bei B1 liegen Einzeladern im Installationsrohr, bei B2 ein komplettes mehradriges Kabel. B2 hat etwas schlechtere Wärmeabfuhr, weil der Kabelmantel die Wärme der inneren Adern hemmt — die Strombelastbarkeit ist typisch 5 bis 10 % geringer als bei B1.
Welche Verlegeart ist für Wallbox-Leitungen typisch?
In Neubauten meist B2 (NYM-J im Installationsrohr auf der Wand oder unter Putz). Bei Verlegung in wärmegedämmten Garagenwänden A1. Bei Erdverlegung zur Garage D1 oder D2 — die bei unserem Rechner jeweils auswählbar sind.
Warum ist Verlegeart E so viel günstiger als A1?
Weil bei E das Kabel frei in Luft liegt und die Betriebswärme per Konvektion optimal abgegeben wird. In einer wärmegedämmten Wand (A1) staut sich die Wärme dagegen, und die zulässige Belastbarkeit sinkt auf rund 55 bis 70 % des E-Werts.

Siehe auch

Verwandte Begriffe im Lexikon.

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